Der Himmel ist weit und ohne wolken. einfach grau blau. die sonne irgendwo hinter den häusern verschwunden. die polizei ist weg, genauso wie die lärmenden nachbarn und die spielenden kinder. es gibt ein paar freie parkplätze auf der straße und darüber fliegen die schwalben tief.
in meinem kopf und auf meiner liste ist alles voll. musik dröhnt bassig aus meinem zimmer zu mir auf den balkon und das alster liegt schwer im kopf. jede minute könnte die ganz große idee entstehen – ich sitze in meinem liegestuhl und erwarte sie feierlich.
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Ja es gibt ihn wirklich den Jazz-Elektro. Ein Komilitone empfahl mir während einer hochspannenden Vorlesung über immatrielle Vermögenswerte den Künstler Herbert. vielleicht reicht es einfach aus zu wissen, dass es ihn gibt.

Herbert zuhören
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Ich sitze auf einem Steg an einem der vielen Seen in Mecklenburg Vorpommern. Die Handys neben mir haben kein Empfang, der Laptop findet kein W-LAN. Ungewohnte Umgebung für verwöhnte Großstädter.
Vor mir liegt der breite See in der untergehenden, gelben Sonne. Paddler ziehen vorbei und singen „the river is flowing“ in einer Art sich wiederholenden mittelalterlichen Mönchgesangs. Leichter Wind schlägt kleine Wellen, die in ihrer Vielzahl die Umgebung wiederspiegeln. Nur die Mückenstiche bringen mich wieder auf den Boden der Tatsachen.

Nichts im Bauch und den ganzen Tag nichts gemacht: Beste Voraussetzungen um zu überlegen:
Ich befinde mich auf der Suche nach Elektro und was diese Musik ausmacht. Elektro ist natürlich nur eine grobe Bezeichnung für eine Musik, deren Konsumenten mindestens stark alkoholisiert sind. Zuerst ist damit elektronisch erzeugte Musik gemeint. Im weiteren Sinne sind es minimalistische Klänge. Beat und Melodie werden möglichst einfach gehalten aber ständiger Veränderung unterzogen. Das gilt im Übrigen für Minimal, TechHouse und Electronica ebenso, wie auch für Elektrochillout wie „Moan“ von „Trentemøller oder die allseits bekannten Stücke von AIR. „The Notwist“ haben zum Thema Komposition vor Kurzem im Deutschlandfunk-Interview gesagt: Wir beginnen Stücke und sie verändern sich im weiteren Verlauf. Es kann sein, dass man am Ende ganz woanders ist, oder eben wieder am Ausgangspunkt. Elektro kennt keine Zwänge von Strophe und Refrain, ist aber ähnlich wie Jazz auch im Stande solche Regeln zu überwinden und gerade im Fluss (flow) seine Gesetzmäßigkeiten zu definieren. Es existieren weitere Ähnlichkeiten zwischen den Musikrichtungen – DJ Live Sets funktionieren nach dem Prinzip der Improvisation, ähnlich wie im Jazz. Verschiedene Musiker improvisieren Beats und Melodien oder eben auch deren Komposition. Dem DJ an sich kommt die Rolle des Dirigenten zu. Er ist für das Zusammenspiel zuständig, für den Endklang – der sich nachdem er über das Mischpult geregelt wurde auf die tanzwütige Masse ergießt. Nur wahre Genießer Erkennen was das kleine Drehen am 30kHz Regler mit sich bringt – eine Minimale Veränderung. Wer den Beat nicht unterbrechen will und die sich ewig dahin blubbernde Musik gewöhnt ist, braucht und hört solche Kunst. Gerade auch ohne Alkohol.
zum Nachhören:
Trentemoller im Fluss
The Notwist
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in organischer chemie kommen einem die besten einfälle. heute blubbte dieser blog aus dem grauen schneematsch der ideen und wuchs zu einem kleinen grünen pflänzlein. jetzt heißt es täglich gießen.
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